Wir müssen reden...

#3 wir müssen reden... | Stephan Münch

Die sportliche Entwicklung der KIT SC Volleyballer nahm in den letzten Jahren rasant an Fahrt auf. Nach dem Verzicht auf den Aufstieg der TS Durlach ist die Mannschaft von Coach Alexander Sartisson in der Oberliga angekommen und kämpft um den Klassenerhalt. Die KIT SC Redaktion hat sich mit Kapitän Stephan Münch und Mittelangreifer Jens Hansen über die aktuelle sportliche Situation unterhalten.

KIT SC: Servus Stephan, am Wochenende gelangen euch in Schwenningen die ersten Drei Punkte des Jahres 2015. Wie wichtig war dieser Sieg für die Tabelle und das Team?

Münch/Hansen: Hätten wir dieses Spiel nicht gewonnen, wäre der Abstieg fast schon besiegelt gewesen. Das wussten alle Spieler und dementsprechend motiviert waren wir. Außerdem wollten  wir uns für die bittere Niederlage im Hinspiel unbedingt revanchieren. Das Hinspiel war das einzige Spiel der Saison, was uns wirklich richtig geärgert hat. Die Punkte haben wir leichtwertig abgegeben, aber es war auch sowas wie ein Weckruf und uns war zum ersten Mal klar: Wenn wir nicht in jedem Spiel 100% geben, kann man in der Oberliga nicht bestehen!

Das Rückspiel am Samstag ist uns gut gelungen und unser Coach Alex hat uns sehr gut neben dem Feld unterstützt. Mit dem Sieg konnten wir uns mit 11 Punkten auf den vorletzten Tabellenplatz setzen und sind in Reichweite zum achten Platz (die beiden Mannschaften vom USC/HTV Heidelberg sind mit jeweils einem Spiel mehr auf den Plätzen 8 (11 Punkte) und 7 (14 Punkte)). Der achte Platz sollte auch nach aktueller Lage ausreichen um in der Oberliga zu verbleiben. Wir werden alles tun um diesen Platz zu erkämpfen und am Ende den Klassenerhalt zu erreichen!

KIT SC: Nach den zuletzt sehr erfolgreichen Jahren mit Siegesserien und Aufstiegen seid ihr nun in der Oberliga angelangt. Ihr rangiert derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Wie habt ihr euch in der Oberliga zurechtgefunden? 

Münch/Hansen: Es war diesmal mehr als nur ein Aufstieg in eine höhere Liga. Nach den drei letzten Aufstiegen in Folge waren wir plötzlich zweiter der Verbandsliga und haben davon profitiert das die TS Durlach nicht aufsteigen wollte. Nach einer Mannschaftsbesprechung fiel die Abstimmung einstimmig aus, die Herausforderung in der Oberliga anzunehmen. Dass wir dort auf jeden Fall mit dem Abstiegskampf konfrontiert werden, war uns schon vor der Saison klar. Schließlich mussten auch schon andere Mannschaften aus der Region nach einem Aufstieg in die Oberliga direkt wieder abgestiegen. Letztlich war die Frage: Noch eine Saison in der Verbandsliga um die Meisterschaft spielen, oder richtig Erfahrung sammeln und lernen was es heißt um jeden Punkt kämpfen zu müssen. Das geht nur in der höheren Liga. Wir haben die zweite Option gewählt und das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung!

KIT SC: Mit Coach Alexander Sartisson steht die geballte Erfahrung bei euch an der Seitenlinie. Wie wichtig ist der Coach bei der Mission Klassenerhalt?

Münch/Hansen: Sehr wichtig. Alex sieht schon beim Aufwärmen den aktuellen Gemütszustand der Spieler und kann die gegnerische Mannschaft extrem gut lesen. Er stellt uns vor jeden Spieltag auf die Gegner ein und studiert einzelne Leistungsträger im Voraus. Während des Spiels ist er eher ruhig und nimmt nur wenige Korrekturen vor. Leider konnte er nicht bei jedem Spiel von uns dabei sein, er ist eben ein sehr beliebter Trainer und andere Mannschaften wollen auch von seinen Qualitäten profitieren. Vielleicht hätten wir auch noch ein oder zwei Punkte mehr, wenn er bei jedem Spiel dabei gewesen wäre. Für den Rest der Saison wird er aber jedes Spiel von uns coachen.

"Mit der sportlichen Entwicklung der Mannschaft haben wir nicht nur uns selber überrascht, sondern auch die Verantwortlichen des KIT SC."

Stephan Münch, Kapitän KIT SC Volleyball Herren

KIT SC: Die Volleyballer sind eine sportliche Erfolgsstory des KIT SC. Du bist schon länger dabei und übernimmst als Kapitän Verantwortung. Was macht für dich den Verein so speziell und besonders?

Münch/Hansen: Bei der Neugründung des Vereins war die besondere sportliche Herausforderung von Beginn an die Formierung einer schlagkräftigen Mannschaft und zu sehen, in welcher Liga man wohl mithalten kann. In der Kreisliga peilten wir zunächst die Landesliga als Ziel an. Zwei Jahre später hatte man dort erfolgreich um den Aufstieg gespielt und sogar den Bezirkspokal gewonnen. Der größte Erfolg bis dahin für alle Beteiligten! Selbst in der darauffolgenden Saison konnten wir in der Verbandsliga überraschenderweise oben mitspielen. In der Oberliga haben wir jetzt sportlich erstmal unseren Meister gefunden, wobei die Spiele häufig durch mangelnde Erfahrung oder zu geringes Selbstvertrauen verloren gingen. Die Mannschaft hat sich bis hierher sehr gut entwickelt. Aktuell sind noch immer fünf Spieler im Einsatz, die schon in der Kreisliga für den KIT SC auf dem Feld standen. Weitere drei Spieler sind seit der zweiten Saison dabei. So eine stabile Rumpftruppe trägt zu einem super Mannschaftsgefühl bei und schweißt zusammen. Natürlich entwickeln sich dabei auch Freundschaften die über den Volleyball hinausgehen.

Mit der sportlichen Entwicklung der Mannschaft haben wir nicht nur uns selber überrascht, sondern auch die Verantwortlichen des KIT SC. Das mussten wir bei der Vergabe von Trainings- und Hallenzeiten feststellen. Der KIT SC ist ja insgesamt schnell gewachsen und hat vielen Mannschaften und Sportarten ein sportliches zu Hause gegeben. Die Auslagerung unseres Trainings in eine externe Halle in der letzten Saison war anfangs eher zu unserem Nachteil, aber auch das haben wir gemeistert und von Vereinsseite wurde zeitnah Abhilfe geschaffen. Um in Zukunft weiter auf dem sportlichen Höhepunkt der KIT SC Volleyballabteilung (Herren) zu bleiben, benötigen wir mittelfristig gesehen eine zweite Herrenmannschaft und möglichst bald dauerhaft zwei Felder im Training. Das dringend notwendige, individuelle Techniktraining zur Beseitigung der unterschiedlichen Schwachstellen eines jeden Spielers ist mit dem vollen Kader von 15 Personen auf bisher einem Hallendrittel einfach nicht möglich. Außerdem müssen wir auch die berufliche Entwicklung der Spieler bedenken: Viele Spieler sind bereits in den letzten Semestern ihres Studiums und schreiben Abschluss- oder Doktorarbeiten. Abgänge sind in einer oberen Liga nur durch erfahrene Nachwuchskräfte, wie etwa einer zweiten Mannschaft, zu kompensieren, da dort schon Erfahrung im Ligabetrieb gesammelt wurde.

Ansonsten gefallen mir das Angebot und die Stimmung im KIT SC sehr gut. Als junger Verein mit vielen verschiedenen Sportarten ist auf dem Campus, sei es draußen oder in der Halle, immer was los. Man trifft häufig Vereinsmitglieder aus den unterschiedlichen Abteilungen, z.B. im Walk-In oder man kommt neben dem Training ins Gespräch. Dabei wünscht man sich viel Erfolg für das nächste Spiel oder den nächsten Wettkampf.

KIT SC: Nach dem letzten Spiel hat eure Mannschaft sicher Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben getankt. Wie schätzt du die nächsten Spiele ein und wo landen die KIT SC Volleyballer am Ende der Saison? 

Münch/Hansen: Die nächsten fünf Spiele werden die schwersten für die KIT SC Volleyballer überhaupt. Die Gegner sind alles Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte und diese kämpfen alle wie verbissen um die noch offene Vizemeisterschaft. Dabei wollen sie natürlich „leichte“ Punkte gegen den KIT SC als abstiegsgefährdete Mannschaft mitnehmen. Wir werden keine Geschenke von ihnen erwarten und werden diese auch gar nicht brauchen. Im Gegenteil: Jedes einzelne Spiel wird nun besonders gut vorbereitet und während des Spiels wird um jeden Ball gekämpft werden, um so den Verbleib in der Oberliga zu sichern. Dabei hilft es uns ganz besonders, wenn viele Zuschauer in der Halle anfeuernd mitfiebern. Das Spiel gegen den SSC haben wir sehr genossen und dementsprechend auch eine sehr gute Leistung gebracht. Dass wir dort trotzdem verloren haben, lag nur an zwei oder drei entscheidenden Punkten. Viel hat jedenfalls nicht gefehlt. Nach dem Spiel hat selbst der Gegner uns seinen Respekt gezollt und uns für den Abstiegskampf das Beste gewünscht.
Am Ende der Saison werden wir mit einem achten Platz die Liga höchstwahrscheinlich halten können!
Aber, ganz egal wie es letztendlich ausgeht: Coach Sartisson blickt zuversichtlich nach vorne. Ihm liegt die Mannschaft und der KIT SC am Herzen und er wird mit uns noch Einiges erreichen wollen, sei es auch erneut in der Verbandsliga.

KIT SC: Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen euch Viel Erfolg für den Klassenerhalt!

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One Passion, One Club. KIT SC.