Wir müssen reden...

#4 wir müssen reden... | Kerstin Rafai

Die KIT SC Frauenfußballerinnen stehen vor ihrem Saisonhighlight. Der Tabellenführer der Landesliga Mittelbaden empfängt am kommenden Sonntag den punktgleichen Tabellenzweiten 1.CfR Pforzheim zum Spitzenspiel. Leider nicht mit von der Partie wird Mannschaftskapitänin Kerstin Rafai sein, die derzeit ihr Rehaprogramm nach einem Kreuzbandriss im linken Knie absolviert. Die KIT SC Redaktion hat sich mit Kerstin über das anstehende Duell, den KIT SC und die Entwicklung des Frauenfußballs unterhalten.

KIT SC: Hallo Kerstin, zunächst einmal die Frage nach deiner Gesundheit: Wie geht es dir und wann kannst du das Team wieder auf dem Platz unterstützen?

K.Rafai: Mir geht es super, das Knie fühlt sich stabil an und erste Muskeln sind wieder zu erkennen. Ich bin im Moment 12 Wochen post op, das bedeutet ich kann zum Radtraining immer mehr Muskelaufbautraining hinzufügen. Joggen und Fußballtraining wird allerdings noch etwas dauern. Wenn alles nach Plan läuft steige ich nächste Hinrunde langsam in das Mannschaftstraining ein und für die Rückrunde möchte ich wieder einsatzbereit sein.

KIT SC: Euer Team spielt bis dato eine fast perfekte Saison. Lediglich im Hinspiel in Pforzheim  ließ man beim 1:1 Punkte liegen. Wie gut in Form sind die KIT SC Mädels vor dem anstehenden Spitzenspiel?

K.Rafai: Die Mädels sind meiner Meinung ideal darauf vorbereitet worden. In den Vorbereitungsspielen wurden stets höherklassige Mannschaften als Gegner gewählt um die Spielsituation gegen den CFR zu simulieren und herauszufinden wo gegen stärkere sowie gleichstarke Mannschaften wie der CFR unsere Schwächen und Stärken liegen. In den bisherigen Rundenspielen haben wir zusätzlich bewiesen was wir können. Aus athletischer Sicht mache ich mir keine Sorgen. Im Sparda Sport-Park wollen wir weiterhin eine Heimmacht bleiben. Allein unser „Kopf“ könnte uns ins diesem Spiel im Weg sein.

"Ausschlaggebend war für mich in einem Verein zu spielen in dem ich als Spielerin unterstützt werde, in dem offen kommuniziert wird und ich mich als Spieler auf den Sport konzentrieren kann."

Kerstin Rafai, Kapitänin KIT SC Fußball Frauen

KIT SC: Du bist im Winter 2013/2014 zum KIT SC gekommen. Was waren deine Beweggründe und wie siehst du die Perspektive der noch jungen Frauenfußballabteilung des KIT SC?

K.Rafai: Ausschlaggebend war für mich in einem Verein zu spielen in dem ich als Spielerin unterstützt werde, in dem offen kommuniziert wird und ich mich als Spieler auf den Sport konzentrieren kann. Dies habe ich schon anders erlebt. Beim KIT SC funktioniert dies und auch das Miteinander ist sehr sportlich und kameradschaftlich geprägt.Zudem wollte ich mich als Spielerin nochmals weiterentwickeln und wusste, dass dies durch die beiden Trainerinnen mit ihren vielfältigen Erfahrungen und fußballerischen Wissen gegeben ist.

Langfristig kann sich diese Mannschaft sicher in höheren Spielklassen festsetzen. Wir spielen jetzt bereits schon auf Verbandsliganiveau, daher denke ich, dass wenn weiter so gearbeitet wird, die Oberliga mit der Zeit absolut realistisch ist. Zusätzlich käme daher die Bildung einer 2.Mannschaft in Frage, da wir auch in den Probetrainingseinheiten sehen, dass ein großes Interesse am KIT SC besteht.

KIT SC: An der Seitenlinie bei den KIT SC Fußballerinnen stehen mit Caro Braun und Sarah Kniel zwei ganz erfahrene Übungsleiterinnen die selbst auch schon höherklassig gespielt haben. Wie wichtig ist das Trainerduo für eure Entwicklung?

K.Rafai: Für mich bilden die beiden die Grundlage für den Erfolg. Einerseits ihr fußballerisches Know-How aber auch ihre Persönlichkeiten prägen das Team sehr. In keiner meiner bisherigen Mannschaften wurde beispielsweise so viel Wert auf Taktik gelegt. Und vom Matthews Trick hatte ich davor ebenfalls noch nie etwas gehört. Diese Verbindung aus Taktik und Technik prägt uns sowohl als Einzelspielerinnen als auch als Mannschaft. Dies sieht man nicht zuletzt auf dem Feld, wenn wir zusammen agieren.
Zusätzlich ist ihnen unser Mannschaftsgefühl sehr wichtig. Wir treffen uns daher oft auch außerhalb des Fußballfeldes. Das Miteinander im Team ist super. Ich denke dies beeinflusst die Leistung unserer Mannschaft nochmals.

"Ich habe schon immer im Garten und auf Bolzplätzen gekickt."

Kerstin Rafai, Kapitänin KIT SC Fußball Frauen

KIT SC: Der Frauenfußball genießt in Deutschland einen immer höheren Stellenwert. Wie siehst du die Entwicklung?

K.Rafai: Es freut mich sehr. Wenn ich daran denke, wie ich als Mädchen dafür kämpfen musste um Fußball spielen zu dürfen – Fußball ist heutzutage schon lang kein reiner Männersport bzw. Männerdomäne mehr. Es ist schön zu sehen, dass immer mehr Männer sich für Frauenfußball interessieren und diesen vor allem respektieren. So sieht man beispielsweise öfters die Fußball Herren des KIT SC uns bei Spielen anfeuern.

KIT SC: Im defensiven Mittelfeld des KIT SC ziehst du normalerweise die Fäden und wirkst dabei schon sehr abgeklärt. Wie kamst du als junges Mädchen zum Fußball und seit wann bist du dabei?

K.Rafai: Ich habe schon immer im Garten und auf Bolzplätzen gekickt. Im Verein durfte ich anfangs noch nicht spielen, „da es ja ein Männersport sei“. Als ich 14 war gaben meine Eltern endlich nach und erlaubten mir dann in einem Verein zu spielen. Seit dem habe ich keine Saison verpasst.

KIT SC: Zum Schluss wollen wir natürlich noch einen Tipp für das Match am Sonntag gegen den 1.CfR Pforzheim hören...

K.Rafai: Wie die meisten erwarte auch ich ein sehr hartes Spiel. Ich hoffe, dass wir uns auf unsere Stärken besinnen und diese umsetzen, dann rechne ich mit einem 2:0 Sieg.

KIT SC: Liebe Kerstin, Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir weiterhin einen guten Heilungsverlauf und eine baldige Rückkehr auf den Rasen!

 

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