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KIT SC bringt Spitzenreiter in Verlegenheit

Die KIT SC Volleyballer traten am vergangenen Wochenende beim bisher ungeschlagenen Tabellenführer, der VSG aus Mannheim, an. Die Karlsruher, die bis dato auf dem vorletzten Tabellenplatz standen, konnten mit einer engagierten Leistung einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt sammeln.

Ohne große Erwartungen und ohne Druck gewinnen zu müssen, fuhr man also in die Quadratstadt und stellte sich dem Duell mit einer körperlich großen und technisch starken Heimmannschaft. Ob die Nervosität oder die ungewöhnlich großzügigen Platzverhältnisse in der Halle die Karlsruher bei der Erwärmung völlig aus dem Tritt brachten, ist nicht eindeutig geklärt, sicher ist nur, das 15-minütige Einspielen war ein großes Chaos. Außenangreifer Roland Fries verletzte sich schon bei den ersten gemeinsamen Ballberührungen und fällt wohl für die restliche Hinrunde aus und die Streuung in der Annahme spottete jeder Beschreibung. Vielleicht wogen aber auch diese Umstände die Heimmannschaft so sehr in Sicherheit, dass sie die Gäste unnötigerweise zu sehr unterschätzen. Ihren allerbesten Tag schienen die Mannheimer jedoch auch nicht erwischt zu haben.

Der erste Satz begann druckvoll mit Auschlägen von Zuspieler Dominik Nees. Sichtlich überrascht mussten die Gastgeber auch gleich eine Auszeit beim Stand von 1:4 verschwenden um den Anschluss nicht schon in den ersten drei Minuten zu verpassen. Die KIT SCler hingegen waren nun hellwach und konnten dem Spiel ihren Stempel aufdrücken. Mit gutem Side-Out Spiel auf beiden Seiten konnte sich niemand deutlich absetzten, aber ein, zwei Pünktchen im Plus konnte der Aufsteiger immer vorweisen. Das gab die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen den Satz einzutüten. Diesmal klappte das auch: In den ersten Spielen der Saison hatte man mit viel Nervosität und schlotternden Knien geführt um am Ende die entscheidenden fünf Punkte großzügig dem Gegner zu überlassen. In Mannheim stand es nun also 0:1 (21:25). 

Die Quadratstädter hatten im Voraus zum Heimspiel mit großem Respekt gegenüber dem Aufsteiger aus Karlsruhe geladen, wollten aber trotzdem drei sichere Punkte auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft feiern. Diesem Respekt wich langsam die Wut über das aktuelle Zwischenergebnis und die eigene Leistung auf dem Spielfeld. Sie entlud sich des Öfteren auch gegenüber dem Schiedsgericht und den eigenen Mitspielern. In Satz zwei konnten die Gastgeber dann auch einiges dieser aufgestauten Energie ins Spiel einbringen und punkteten schnell. Zu diesem Zeitpunkt hatte der KIT SC keine Chance auf einen Satzgewinn und schaute zeitweilig zu, wie die Mannheimer sich an den eigenen Haaren aus dem Volleyballsumpf des ersten Satzes zogen. Bei 25:13 und 21 Minuten Spielzeit egalisierte sich der Vorsprung der Gäste.

Der dritte Satz ist dann von Seiten der Karlsruher Campussportler in den ersten Minuten verspielt worden. Eine kleine Aufschlagserie der Mannheimer brachte diese mit 5:1 in Führung. Diese vier Punkte Differenz waren letztendlich der Anfang vom Ende des Satzes, leider, denn zwischenzeitlich konnte man mit gutem Volleyball dem Tabellenführer auf Augenhöhe begegnen. Routiniert spielten die Hausherren den Vorsprung nach Hause und führten schließlich 2:1 (25:20).

In Satz Vier machten es sich die Gastgeber dann selber schwer. Viele Diskussionen untereinander und mit dem Schiedsrichter wühlte die Mannheimer Mannschaft derartig auf, dass an Volleyball gar nicht mehr zu denken war. Die KIT SCler versuchten ihrerseits diese Schwächephase zu nutzen und  konnten mit einer starken Aufschlagserie von Außenangreifer Steffen Schröder aus einem 13:12 Rückstand eine 13:18 Führung erspielen. Diesen Vorsprung rettete man mit viel Siegeswillen und geschlossener Mannschaftsleistung auf die satzbeendende Marke von 25 und glich wiederrum das Spiel aus: 2:2 (21:25). Einen weiteren Punkt für die Mission „Oberliga“ konnten die Karlsruher schon jetzt gutschreiben, den man aber noch verdoppeln wollte, was bei der Tagesform der Mannheimer nicht unmöglich zu sein schien.

Volleyballkrimi im Tie-Break

Der fünfte Satz im Volleyball, der Tie-Break, sollte nach vier ausgeglichenen Sätzen den Sieger ermitteln und ist traditionell nicht nur punktemäßig der kürzeste (bis 15) sondern auch zeitlich. An diesem Abend war er mit 29 Minuten der längste Satz.

Beide Mannschaften holten nochmal alles aus sich raus, was sie zu bieten hatten. Auf der Diagonalposition machte Philipp Kautzmann ein gutes Spiel und brachte die Gäste stimmungsmäßig in Führung. Dieser Rückhalt der ganzen Mannschaft gab den nötigen Auftrieb um mit klarem Kopf und Selbstbewusstsein den Satzgewinn zu fordern. Die Führung der Gäste mit 6:8 zum Seitenwechsel wurde sofort wieder vernichtet, 9:8 nach kleiner Aufschlagserie der Hausherren.  Dann die entscheidende Phase für die Karlsruher: Zwei Satzbälle bei 12:14 konnten leider nicht genutzt werden. Da war er wieder der Schlendrian, den der Aufsteiger versucht zu bekämpfen. Die folgenden Punkte gaben dem ganzen Spiel das verdiente Finale: Das Side-Out Spiel auf beiden Seiten wurde auf hohem Niveau geführt und keiner wollte den noch offenen Tabellenpunkt der anderen Mannschaft überlassen. Bei 21:19 beendete das Schiedsgericht diese Begegnung nach knapp 2,5 Stunden. „Schade, dass nicht zwei Punkte daraus geworden sind“, resümierte Libero Christian Karlewski am Ende, „wir hätten sie auf jeden Fall verdient gehabt.“

Den Vorschuss an Respekt der Mannheimer gegenüber ihren Gästen haben die Karlsruher mit guter Leistung Tribut gezollt. Trainer Alexander Sartisson ist mit der kämpferischen Leistung insgesamt und mit der spielerischen Leistung in den Sätzen eins, vier und fünf sehr zufrieden. Außerdem konnte diesmal ein herausgespielter Vorsprung bis zum Satzende gehalten werden. Die Karlsruher haben an diesem Abend viel Erfahrung und einen weiteren Punkt für den Klassenerhalt gesammelt.

Das nächste Spiel wird zu Hause gegen die SG Breisach-Gründlingen am kommenden Samstag den 29.11. um 19 Uhr angepfiffen. Die Gäste schlagen sich gut und stehen zur Zeit auf dem dritten Tabellenplatz. Das wird wieder ein harter Brocken für die Karlsruher, die deshalb auf eine gut besuchte Halle mit vielen Unterstützern hoffen. (J.H.)

Für den KIT SC spielten

Zuspieler: Dominik Nees
Außenangriff: Steffen Schröder, Moritz Moser, Benjamin Grübel
Mittelblock: Jens Hansen, Norman Neupert, Johannes Berthold, Julian Finkbeiner
Diagonal: Simon Winter, Philipp Kautzmann
Libero: Christian Karlewski

Trainer: Alexander Sartisson

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One Passion, One Club. KIT SC.