Interview mit Marco Wildersinn

Der U23 Trainer der TSG Hoffenheim im Interview

Marco Wildersinn spricht über seine Zeit am Sportinstitut und die Entstehung des KIT SC

Marco Wildersinn wurde vom Institut für Sport und Sportwissenschaft als Alumni eingeladen um zukünftigen Absolventen eine mögliche Perspektive nach dem Studium aufzuzeigen. Anschließend wurde er noch zu einem Interview über seine Arbeit beim KIT SC und die Anfänge des Vereins eingeladen. Ihn freut es sehr auch diese Erfahrung teilen zu können.

 

Du hast am KIT studiert, wie groß ist die Freude, hier als Alumni und Vorbild einen Beitrag zu leisten?

"Die Freude ist sehr groß. Ich habe ja einige Zeit als Student und HiWi am KIT verbracht und viele Dinge aus dieser Zeit mitgenommen. Jetzt etwas zurückgeben zu können, ist ein sehr schönes Gefühl. Und ich tue das sehr gerne."

Denkst du gerne an Dein Studium zurück?

"Auf jeden Fall. Es war eine sehr schöne Zeit, in der ich sehr viele tolle Menschen kennengelernt habe. Am Sportinstitut habe ich nicht nur Dinge gelernt, die für meinen weiteren Weg wichtig waren, sondern auch jede Menge Spaß gehabt. Für mich war es eine besondere Zeit, in der ich die Weichen für meine Zukunft gestellt habe."

Wie charakterisierst Du das in Bezug auf das KIT?

"Ich kann hier nur das bewerten, was ich am Sportinstitut erlebt habe. Der Mix aus Lernen und Sporttreiben hat sich immer in einem sehr angenehm entspannten Rahmen abgespielt. Mit den Dozenten hatte ich durchweg ein sehr gutes Verhältnis und ich freue mich heute noch, wenn ich sie treffe. Ich möchte hier insbesondere Dietmar Blicker erwähnen. Nicht zuletzt durch unsere gemeinsame Leidenschaft zum Fußball, hatten wir von Anfang an einen besonders guten Draht zueinander. Er hat mich immer auf meinem Weg unterstützt, ich habe ihm da sehr viel zu verdanken."

Hat es Ddir für deinen heutigen Beruf geholfen?

"Ja, absolut. Bei den Seminaren habe ich viel gelernt, was ich dann zuerst in den Praxisveranstaltungen am Sportinstitut und später bei meiner Arbeit als Trainer anwenden konnte. Ich habe meine ersten Erfahrungen gemacht, vor einer Gruppe zu stehen, ihr Dinge zu vermitteln, sie anzuleiten und zu coachen und gemerkt, dass mir das Spaß macht. Außerdem konnte ich mich in dieser Zeit noch intensiver mit dem Thema Fußball beschäftigen und hatte dann das Glück, meinem Hobby nun auch im Beruf nachzugehen."

 

Du bist seit 2010 Mitglied des KIT SC. Wie kamst Du zum KIT SC und welche Funktionen hattest Du im Verein?

"Ich kam schon vor 2010 mit der Idee, einen inneruniversitären Sportverein zu gründen, in Berührung. Natürlich war auch hier Dietmar Blicker die Triebfeder. Da ich von Anfang an von dem Vorhaben begeistert war, bin ich auch Gründungsmitglied. Meine Hauptaufgabe war die Mitgliederverwaltung. Ich habe in dieser Zeit sehr viel darüber gelernt, wie Vereine aufgebaut sind, wie sie funktionieren und wachsen. Da es ja auch eine Fußballabteilung gibt, liegt mein Spielerpass mittlerweile natürlich dort. Wenn es die Zeit zulässt bzw. Not am Mann ist, bin ich auch gerne mal noch aktiv dabei. Ich bin stolz darauf, bei diesem Projekt mitgeholfen zu haben und ein Teil dieses Vereins zu sein."

Wie beurteilst Du die Entwicklung des KIT SC?

"Am Anfang ging alles sehr schnell voran. Sportliche Erfolge stellten sich sofort ein, Abteilungen kamen hinzu, die Zahl der Mitglieder stieg. Nach einer gewissen Zeit verlangsamte sich diese Entwicklung allerdings. Mannschaften kamen an ihre sportlichen Grenzen, die Fluktuation unter den Mitgliedern setzte ein und es gab auch Probleme, die gelöst werden mussten. Obwohl ich mittlerweile vieles nur noch aus der Ferne betrachten kann, glaube ich, dass der KIT SC seinen Platz in der Karlsruher Vereinslandschaft gefunden hat und sehr stabil dasteht. Das Projekt kann meiner Ansicht nach als absolut geglückt bezeichnet werden."

Der KIT SC hat einen semiprofessionellen Basketballbereich, eine Football- und eine Lacrosse-Mannschaft, die hochklassig mit Studenten spielt. Wieso schafft man das nicht im Fußball?

"Das ist eine gute Frage. Fußball ist eine sehr beliebte Sportart in Deutschland. Da sehr viele Menschen Fußball spielen, herrscht schon im unteren Amateurbereich ein sehr ordentliches Niveau. Außerdem besteht auch hier bereits die Möglichkeit, mit seinem Hobby ein paar Euro zu verdienen. Beim KIT SC findet man vor allem in der Infrastruktur sehr gute Bedingungen vor, Geld gibt es aber keins. Gerade im Fußball ist es dann natürlich schwer, kontinuierlich nach oben zu klettern. Darüber hinaus, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, herrscht im Team eine sehr hohe Fluktuation. Nicht nur von Saison zu Saison, sondern sogar von Spieltag zu Spieltag. Da ist es sehr schwer, sich als Team zu entwickeln und konstant gute Leistungen abzurufen. Sicherlich gibt es abgesehen von diesen Gründen noch weitere, die einen weiteren Aufstieg momentan erschweren."

Der KIT SC hat mittlerweile seine eigene E-Sports Abteilung, findest Du es richtig, jetzt als „Breitensportverein“ in den Markt einzusteigen?

"Ich wüsste nicht, was dagegen spricht. Wenn Interesse unter Studenten besteht und sie eine Plattform brauchen, um ihren Sport gemeinsam zu betreiben, dann finde ich es gut, wenn ihnen der Verein diese Möglichkeit dazu bietet. Der KIT SC wollte schon immer offen und innovativ sein, hier bietet sich eine weitere Gelegenheit dazu."

„Wir sind ein Verein, der 2010 gegründet wurde. Doch trotz unserer relativ jungen Vereinsgeschichte zeichnet uns seit der Gründungsstunde vor allem eines aus: eine gemeinsame Leidenschaft. Für den Sport, für den Verein und vor allem für die Begeisterung, gemeinsame Ziele zu erreichen.“ Denkst Du, dass diese Philosophie heute mit dieser Anzahl von Mitgliedern immer noch genauso groß ist wie damals?

"Die Philosophie eines Vereins sollte unabhängig von der Anzahl seiner Mitglieder sein. Die Begeisterung für Sport hat die Menschen zusammengebracht, die den Verein gegründet und zum dem gemacht haben, was er heute ist. Das ist das, was über allem steht. Wenn es diese Begeisterung irgendwann nicht mehr geben sollte, dann wird es den Verein wahrscheinlich auch nicht mehr geben."

Möchtest Du dem KIT SC etwas mit auf den Weg geben?

"Der KIT SC sollte jung und offen bleiben für neue Ideen und Strukturen. Entwicklung wird es nur dann geben, wenn bestehende Dinge von Zeit zu Zeit hinterfragt und angepasst werden. Spielt weiter auf Sieg!"

 

Karlsruhe, 29.11.2018/ Nico Hurst

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